Wie wir leben

Als kontemplative Ordensgemeinschaft, die sich an der Lebensweise der Einsiedler und der Geschwisterlichkeit der Urkirche orientiert, führen wir ein Leben beständigen Gebetes. Das liebende Dasein vor dem lebendigen Gott und das Hören auf sein Wort ist Kernpunkt unserer Spiritualität. Beten ist ein personales Geschehen, die Beziehung zu einem Du. Es reicht vom Gespräch bis zum wortlosen Verweilen bei ihm, „dem Freund, mit dem wir gern allein beisammen sind, weil wir wissen, dass er uns liebt.“ Teresa von Avila

Wer wirklich liebt, sorgt sich um die Anliegen des Geliebten. So ist die Karmelitin geprägt von einer wachen, mitfühlenden Anteilnahme an Gottes liebender Sorge um seine Geschöpfe. Fürbittend trägt sie alle Not in Kirche und Welt vor ihn.

Die vertraute Freundschaft mit Christus eint uns untereinander zu einer frohen, schwesterlichen Gemeinschaft. Wir teilen alles miteinander und möchten einfach und anspruchslos leben. Jede Schwester trägt durch ihre Arbeit zum Lebensunterhalt der Gemeinschaft bei. Wir haben einen großen Garten und ziehen Blumen für die Kirche und Gemüse für den Eigenbedarf. Auch unsere Ordenskleidung nähen wir selbst. In unserer kleinen kunstgewerblichen Werkstätte werden  Kerzen für verschiedene Anlässe gestaltet; zum Beispiel solche für Weihnachten und Ostern, für Hochzeiten und Taufen usw. Wir arbeiten nach Möglichkeit allein und schweigend, um auch in dieser Zeit ganz bewusst in der Gegenwart Gottes zu bleiben.

Die fixe TAGESORDNUNG
in der Gebet, Arbeit und Ruhe in einem ausgewogenen Rhythmus aufeinander folgen, gewährleistet ein Klima, in dem sich unser kontemplatives Leben entfalten kann. Ebenso ist uns auch die Klausur eine große Hilfe, alles auszuschalten bzw. loszulassen, was dem kontemplativen Leben nicht dient.

Wir beginnen wir unseren Tag am frühen Morgen in der Kirche mit einer Stunde innerem Gebet und dem morgendlichen Chorgebet (Laudes und Terz).
Anschließend ist Frühstück und Arbeitszeit.

Zu Mittag halten wir geistliche Lesung; dann ist Mittagessen und eine gemeinsame Erholungsstunde in herzlicher, familiärer Atmosphäre; danach versammeln wir uns zum Mittagsgebet in der Kirche (Sext und Non).

Der frühe Nachmittag ist geprägt durch Zeit für die Arbeit.

Um 16.00 Uhr  versammeln wir uns wieder in der Kirche zur Hl. Messe und halten anschließend  eine Stunde  inneres Gebet. Nach dem Gebet der Vesper ist Abendessen und gemeinsame Erholungsstunde wie mittags.

Am Abend gibt es zwei Gebetszeiten in der Kirche (Komplet und Lesehore), dazwischen Zeit für Persönliches sowie zur Vertiefung in der geistlichen Lesung.

Eine aktuelle und genaue Aufgliederung der Gebetszeiten und der Liturgie in der Kirche können Sie hier einsehen.

Voraussetzung für ein Leben im Karmel ist, dass man sich von Gott dazu gerufen weiß. Auch ist eine ausreichende physische und psychische Gesundheit  erforderlich, ein gutes Maß an  Gemeinschaftsfähigkeit und  eine abgeschlossene Berufsausbildung.

Mit den Eintritt beginnt eine mindestens sechsjährige Einführung und Erprobung bis zur endgültigen Bindung durch die feierliche ewigen Gelübde von Gehorsam,  Armut  und  gottgeweihter Ehelosigkeit.

beim gemeinsamen Chorgebet
© FOTO agathon KOREN

"Ich sage zum Herrn: Du bist mein Herr,
mein ganzes Glück bist du allein."
Psalm 16,2